Umzug planen, bevor die Kartons kommen
Das meiste an einem Umzug ist kein Tragen, sondern Terminierung. Kündigungsfrist, Übergabetermin der alten Wohnung, Schlüsselübergabe der neuen, Transporter, Urlaubstage und der Techniker für den Internetanschluss hängen alle voneinander ab, und keiner davon lässt sich eine Woche vorher noch verschieben. Deshalb steht am Anfang jeder Umzug Checkliste alles, wofür jemand anders einen Termin vergeben muss.
Danach kommt das Aussortieren, und zwar vor dem Packen, nicht danach. Jeder Karton, den du nicht packst, ist ein Karton, den du nicht trägst und in der neuen Wohnung nicht auspackst. Alte Elektrogeräte, Möbel, die den Umzug ohnehin nicht überstehen würden, und Kleidung, die seit Jahren liegt, gehören zum Sperrmüll, zum Wertstoffhof oder verkauft. Sperrmülltermine haben in vielen Städten Vorlauf, also meldest du sie früh an.
Erst dann besorgst du Packmaterial. Umzugskartons in zwei Größen, Packband und ein Abroller, der die Rolle wirklich hält, Luftpolsterfolie für Glas, Packpapier für Geschirr und ein Cuttermesser. Kleiderboxen sind die Anschaffung, die sich lohnt, weil hängende Kleidung auf ihren Bügeln hineinkommt und genauso wieder heraus. Permanentmarker klingen nebensächlich und entscheiden später darüber, wie lange du suchst.
Zehn Sachen, die vor dem Transporter da sein müssen
Wenn am Umzugstag alles andere schon verpackt und zugeklebt ist, suchst du genau danach.
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Umzugskartons -
Packband -
Permanentmarker -
Luftpolsterfolie -
Arbeitshandschuhe -
Müllsäcke -
Bettwäsche -
Handtücher -
Toilettenpapier -
Ladekabel
Ummelden, Verträge und Behördengänge
Die Ummeldung des Wohnsitzes beim Bürgeramt ist Pflicht und hat eine Frist. Dafür brauchst du die Wohnungsgeberbestätigung deines neuen Vermieters, also forderst du sie rechtzeitig an und wartest nicht, bis du schon am Schalter stehst. Wer ein Auto hat, denkt an die Zulassungsstelle, wer Kinder hat, an Kita oder Schule.
Strom und Gas meldest du zum Einzugsdatum an, nicht für den Tag danach, sonst stehst du mit Kartons in einer dunklen Wohnung. Notier in beiden Wohnungen die Zählerstände und fotografier sie, das ist der einzige Beleg, falls sich eine Abrechnung später nicht erklären lässt. Den Internetanschluss beantragst du als Erstes von allen Verträgen, weil dafür oft ein Techniker kommen muss und der früheste freie Termin selten der ist, den du gern hättest.
Dann die kleinen Punkte, die erst später wehtun: Nachsendeauftrag für die Post, Rundfunkbeitrag ummelden, Hausratversicherung über die neue Adresse informieren und die Müllabfuhr anmelden, falls das nicht über das Haus läuft. Bank, Arbeitgeber, Hausarzt und Abos stehen in derselben Liste, weil sie sonst alle einzeln und verteilt über Monate auffallen.
Packen und beschriften, damit du nichts suchst
Fang mit den Räumen an, die du wochenlang nicht brauchst. Bücher, Winterkleidung im Sommer, Ersatzbettwäsche, Bilderrahmen, der ganze Inhalt der Flurgarderobe. Das dauert länger, als du denkst, und niemand vermisst es in der Zwischenzeit. Die Kartons klebst du zu und stapelst sie an eine Wand, damit die Zimmer begehbar bleiben.
Küche und Bad bleiben bis zuletzt, weil du bis zum Umzugstag kochst und duschst. Dasselbe gilt fürs Bett, das du am Morgen des Umzugs abziehst und nicht eine Woche vorher.
Schreib auf jeden Karton das Zielzimmer, nicht nur den Inhalt. „Küche“ sagt der Person, die ihn trägt, wo sie ihn abstellt, und das ist beim Ausladen die einzige Entscheidung, die jemand trifft. Zwei oder drei Stichworte zum Inhalt kommen für dich selbst dazu, und zwar auf die Seite und nicht nur oben, weil Kartons gestapelt werden. Zerbrechliches markierst du auf allen Flächen.
Schweres kommt in kleine Kartons, Leichtes in große. Ein großer Karton voller Bücher ist der, den niemand hochbekommt und der im Treppenhaus aufreißt.
Wohnungsübergabe und erste Nacht
Die alte Wohnung übergibst du besenrein, und was darüber hinaus an Schönheitsreparaturen fällig ist, steht im Mietvertrag. Geh die Räume mit dem Vermieter durch, haltet jeden Mangel im Übergabeprotokoll fest und notiert die Zählerstände und die Zahl der Schlüssel. Fotos von allen leeren Räumen kosten kaum Zeit und beenden jede spätere Diskussion.
Prüf in der neuen Wohnung direkt bei der Übergabe, ob Strom, Wasser und Heizung funktionieren, und schreib alles ins Protokoll, was schon vorher beschädigt war. Danach suchst du Sicherungskasten, Wasserhahn zum Absperren und den Platz für den Müll.
Ein Karton entscheidet darüber, wie der erste Abend läuft. Bettwäsche, Handtücher, Toilettenpapier, Handseife, Duschvorhang, Zahnbürste, Ladekabel und Wasserkocher gehören hinein, und dieser Karton fährt in deinem Auto mit, nicht im Transporter. Die Tasche mit Schlüsseln, Ausweisen, Medikamenten, Laptop und den Unterlagen zum Umzug bleibt über den ganzen Tag bei dir.