Das Zwiebelprinzip, die Grundlage im Waldkindergarten
Die Grundausstattung für den Waldkindergarten besteht nicht aus einer dicken Jacke, sondern aus mehreren dünnen Schichten. Innen eine Schicht, die Feuchtigkeit von der Haut wegzieht, darüber eine wärmende Schicht aus Fleece oder Wolle, außen eine, die Wind und Regen abhält. Jede Schicht lässt sich einzeln ausziehen, wenn das Kind beim Spielen warm wird.
Die äußere Schicht ist die, an der sich alles entscheidet. Matschhose und Matschjacke sind im Wald keine Schlechtwetterkleidung, sondern Alltagskleidung, weil Kinder im Sitzen, Knien und Rutschen spielen. Wichtig ist, dass die Hose über die Stiefel fällt und die Jacke über die Hose, sonst läuft das Wasser genau dort hinein, wo das Kind sitzt.
Unter die Matschhose kommt im Winter eine gefütterte Hose oder Thermounterwäsche, im Sommer reicht eine lange, dünne Hose gegen Zecken und Brennnesseln. Wolle ist bei Socken und Pullovern praktisch, weil sie auch dann noch wärmt, wenn sie feucht geworden ist.
Dazu kommen Mütze und Halstuch für jede Jahreszeit und wasserdichte Handschuhe, von denen es besser zwei Paar gibt. Nasse Handschuhe sind der häufigste Grund, warum ein Vormittag im Wald vorzeitig endet, und ein zweites Paar im Rucksack löst das Problem ohne Diskussion.
Die zehn Teile, ohne die kein Tag im Wald funktioniert
Den Rest kaufst du nach, wenn du siehst, wie eure Gruppe draußen unterwegs ist. Diese zehn brauchst du vom ersten Tag an.
- Matschhose
- Matschjacke
- Gummistiefel
- Thermounterwäsche
- Wollsocken
- Feste Wanderschuhe
- Kinderrucksack
- Trinkflasche
- Brotdose
- Wechselhose
Schuhe, Rucksack und Verpflegung
Für die Füße brauchst du zwei Paar, die im Gelände wirklich funktionieren: Gummistiefel für nasse Tage und feste Wanderschuhe für alles andere. Im Winter kommen gefütterte Winterstiefel dazu. Turnschuhe reichen für den Weg hin und zurück, nicht für den Tag draußen.
Der Rucksack gehört dem Kind und soll von ihm allein geöffnet werden können. Wichtiger als die Größe sind gepolsterte Träger, ein Brustgurt und ein Verschluss, den kalte Finger bedienen. Hinein passen Brotdose, Trinkflasche, Sitzkissen und ein Beutel für nasse Sachen, mehr muss ein Kind nicht tragen.
Eine Thermosflasche ist im Winter oft nützlicher als eine zweite Brotdose, weil warmer Tee die Pause auf dem Platz verlängert. Im Sommer zählt vor allem eine Flasche, die dicht ist und die das Kind selbst öffnet und wieder zubekommt.
Das Sitzkissen ist die Position, die auf keiner Liste fehlen sollte und auf vielen trotzdem fehlt. Es macht aus einem nassen Baumstamm einen Sitzplatz, wiegt fast nichts und hängt außen am Rucksack, wo das Kind selbst drankommt.
Erstausstattung für den Regelkindergarten
Im Regelkindergarten ist die Liste kürzer und beginnt bei den Dingen, die jeden Tag in der Einrichtung bleiben. Hausschuhe, ein Turnbeutel mit Sportkleidung, Wechselsachen in einer Box und ein Handtuch sind der Grundstock, den fast jede Gruppe verlangt.
Dazu kommt, was mit der Ruhezeit zu tun hat: eine Schlafdecke, ein Kuscheltier und je nach Einrichtung ein Spannbettlaken. Ein Familienfoto im Fach hilft in den ersten Wochen mehr als jede zusätzliche Ausrüstung, weil das Kind damit etwas Vertrautes an seinem Platz hat.
Brotdose und Trinkflasche funktionieren wie im Wald, nur mit anderen Regeln. Viele Kindergärten haben Vorgaben zu Süßigkeiten, zu Nüssen oder zu Verpackungen und stellen Obst oder Frühstück teilweise selbst. Frag danach, bevor du einkaufst, sonst steht die Hälfte der Brotdose auf einer Liste, die die Einrichtung längst abdeckt.
Die Zahnbürste steht auf vielen Listen, weil nach dem Mittagessen geputzt wird. Sie wird in der Gruppe aufbewahrt und regelmäßig getauscht, du kaufst sie also öfter nach als die zu Hause.
Namen drauf, und wie viel du nachkaufst
Beschrifte alles, auch die Stiefel. Viele Kinder haben ähnliche Matschhosen, und was keinen Namen hat, landet in der Fundkiste. Namensschilder zum Aufbügeln halten länger als ein Stift, der nach ein paar Waschgängen verschwunden ist.
Rechne mit mehr Wechselkleidung, als dir sinnvoll erscheint. Im Wald ist ein kompletter Satz im Rucksack üblich und ein weiterer in der Einrichtung, im Regelkindergarten reicht meist ein Satz in der Box. Nachgefüllt wird an dem Tag, an dem etwas verbraucht wird, sonst fehlt es am nächsten Morgen.
Kauf gebraucht, wo es geht. Matschhosen, Regenjacken und Stiefel wachsen nicht mit, und Kinder tragen sie oft nur eine Saison. Bei gebrauchten Sachen prüfst du Reißverschlüsse, Bündchen und die Nähte an Knien und Hosenboden, denn dort gehen sie zuerst auf.
Zum Schluss der Teil, der nicht in den Rucksack gehört. Sonnencreme, Insektenschutz, Zeckenzange und Lippenpflege stehen auf den Listen vieler Waldkindergärten, meist mit der Bitte, die Creme morgens zu Hause aufzutragen. Welches Mittel für dein Kind passt und wie ihr mit Zeckenstichen umgeht, besprichst du in der Apotheke oder mit der Kinderärztin. Diese Liste sagt, was mitkommt, und ersetzt keine Beratung.